Nach den beiden Tagen in New York gings weiter nach Los Angeles. Das Ziel war klar, Fussball dieses Mal im Stadion erleben, ein Sieg der Schweizer Nationalmannschaft und mit den USA mein 40. Länderpunkt in Sachen Fussball.
Ein Fussballspiel lang durften wir nach dem Start in New York den Sicherheitsgurt nicht lösen, Turbulenzen waren angesagt. Gross aufgetreten sind die dann aber nicht. Schlussendlich erreichten wir Los Angeles über eine halbe Stunde zu früh, so dass wir auf dem Rollfeld warten mussten, bis das Gate frei war. Danach ging alles sehr rasch. Gepäck abgeholt, Taxi bestellt, im Hotel eingecheckt und wieder mit dem Taxi zum Bier, in einem Pub, in dem ein Teil der anderen Ostschweizer Reisegruppe bereits wartete. Ein Teil der Anwesenden lallte bereits, trotzdem schön wieder die deutsche Sprache zu hören. Der Beweis, dass die Welt sehr klein ist am Tisch von unseren Freunden. Da waren noch drei andere Frauen; Hoi Martin, hiess es da. Nach genauem Hinschauen: Das ist ja Karin, mit welcher ich immer wieder geschäftlich zu tun habe. Ich wusste gar nicht, dass sie sich für Fussball interessiert, dass sie auch an die WM reist und dann noch der Zufall, dass wir uns genau hier, in diesem Pub, an diesem Tisch wiedertreffen.
Die Gruppe wurde gegen Mitternacht nochmals grösser, auch die Leute, welche von Zürich über Vancouver nach Los Angeles angereist waren, konnten nun an der Kalifornischen Kälte ein Bier geniessen. Doch gross in die Nacht hinein wurde nicht mehr getrunken. Das Spiel der Schweiz gegen Bosnien stand am Donnerstag auf dem Programm. In der Schweiz zu einer perfekten Anspielzeit mit 21.00 Uhr, hier in Los Angeles mittags um 12.00 Uhr.
Am Spieltag überall blaue Trikots. Die Bosnier waren klar in der Überzahl. Dank der unsittlichen Anspielzeit standen nun die ersten teuren Stadionbiere auf den gefühlt leeren Magen an. Das erste Mal in den USA durfte ich dann auch einen Ausweis zum Bier kaufen zeigen.
Das SoFi Stadium in Los Angeles macht von aussen gar nicht so einen imposanten Eindruck. Das Stadion wirkt geräumig, aber alles andere als in die Höhe gebaut. Da sollen über 70'000 Zuschauer Platz haben? Mit der ganzen Umgebung kostete dieser Bau knapp 5 Milliarden Dollar und wurde vor sechs Jahren eröffnet.
Beim Betreten des Stadions aber dann doch der Wow-Effekt. Was für eine Schüssel, was für ein Screen, welcher durch das ganze Stadion gezogen wurde! Das Stadion wurde nicht in die Höhe gebaut, sondern in die Tiefe. Wir hatten unsere Plätze im dritten Rang oben, sind aber keine einzige Treppe gelaufen. Ebenerdig rein in den dritten Rang.
Das Spiel begann. Wir hatten hinter dem Tor eine perfekte Sicht auf das Spielfeld. Und dies für ganze 60 Dollar. Weniger gut das Gezeigte auf dem Rasen. Da ist überhaupt kein Tempo drin, keine Ideen. Wenn wir uns an Spiele vom FC St.Gallen gewohnt sind, dann ist es richtig zum Einschlafen. So mussten eben die teuren Stadionbiere dranglauben. Immerhin 0,74 Liter Dosen für knappe 24 Dollar. Was für ein Preisvergleich zu unseren Eintrittstickets.
Gegen Ende des Spieles, oder besser gesagt dank der Einwechslung von Johan Manzambi, wurde das Spiel doch noch zum Leckerbissen. Ein schöner 4:1 Sieg gegen Bosnien. Doch im Vergleich zu meinen letzten WM Spiel mit der Schweiz, im Jahr 2018 mit dem Sieg gegen Serbien in Kaliningrad, viel weniger emotional.
Nach dem Spiel ging es darum, mal feste Nahrung einzunehmen. Bis dahin haben wir uns vorallem flüssig ernährt. Dank der unsittlichen Anspielzeit hatten wir erst 14.00 Uhr.
Zu sechst machten wir uns dann auf, mit dem Ziel einige Hotspots der Stadt zu besichtigen. Es war mehr eine Taxifahrt mit wechselnden Fahrern mit sehr viel dummem Geschwätz. Wobei dies in dieser Konstellation nicht sehr viel Neues ist 😊
Das Griffith-Observatorium mit Sicht auf den Hollywood Schriftzug und danach der Besuch des Hollywood Walk of Fame. So in etwa wurde der Tag fortgesetzt. Hin und wieder hatte auch der Bierkonsum seinen Platz, wobei dieser im Vergleich zum Stadion fast zu kurz kam. Mittlerweile hat es auch die ganze Reisegruppe gecheckt, dass wir beim Strassenwechsel nicht auf das Grün warten müssen. «Es isch Wiis!» Beeindruckt war ich hier auch von den selbstfahrenden Autos.
Der Tag endete mit einem Mitternachtssnack in einer Hähnchenbude. Da gibt’s 300 Chicken Tenders für etwas über 450 Dollar. Wir begnügten uns mit 25 Stück. Von da an trennte sich unsere Gruppe wieder in kleinere Splittergruppen. San Diego, Las Vegas, San Francisco oder direkt nach Vancouver. Schlussendlich treffen wir uns alle wieder zum nächsten Schweiz Spiel in Vancouver.
Am nächsten Tag stand noch ein kleiner Besuch beim Santa Monica Pier an, ehe es in Richtung Flughafen ging. Air Alaska bringt uns von da nach San Francisco.
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