Gruppensieger zum Abschluss in Kanada

Veröffentlicht am 25. Juni 2026 um 18:31

Nach den fünf Tagen in den USA standen nun fünf Tage in Vancouver an. Der gleiche Fussballevent wie im südlichen Land, doch eine ganz andere Stimmung.

Bereits am ersten Abend konnte das erste Kreuz auf der ToDo Liste gemacht werden: Poutine im Heimatland probiert und für gut empfunden. Ebenfalls hatten wir weitere Erkenntnisse zu Kanada. Das ganze Leben ist hier im Vergleich zu den USA einiges billiger. Das Bier konnte wieder zu normalen Preisen getrunken werden, zu Schweizer Verhältnissen sogar billiger. Auch sieht man in Vancouver überall, dass die Fussball WM in dieser Stadt heimisch ist. Im Vergleich zu den USA herrschte hier eine Fussballstimmung, wie wir sie aus Europa kennen. Überall Screens, welche die Spiele übertragen. Keine Suche mehr, wo wir ein Lokal finden können zum Fussball gucken. Das einzige Negative, die Spiele finden hier vielfach bereits zu Zeiten statt, in der wir irgendwie noch gar nicht in Fussballstimmung waren. Vormittags, mittags und nachmittags sind nicht gerade die Zeiten zum Fussball schauen, während abends die Spiele bereits wieder Vergangenheit waren. Sobald ich dann aber wieder zu Hause bin, dürfte mich dies dann in europäischer Zeit wieder weniger stören.

Vancouver hat einiges zu bieten, so dass wir die ersten Tage nicht nur Bier getrunken haben. Das Wetter hier war auch einiges wärmer als vorher in den USA. Kein Frieren mehr, Sonne und Wärme geniessen. Für kanadische Verhältnisse sehr mild, doch der Wetterwechsel soll nach unserer Abreise dann gleich Einzug halten. Keine Ahnung, wie ein typisches Touristenprogramm in Vancouver aussehen soll, wir probiertes es mal mit einer Velotour. Ich bin bis dahin wohl seit Jahren nicht mehr auf einem Velo gesessen. Endlich auch mal Fussgänger und Autofahrer nerven. Definitiv das erste Mal sass ich in einem Wasserflugzeug. Die Stadt und die Umgebung mal von oben sehen. Eine weniger schöne Sache war dann nach diesem Flug angesagt. Ich liess mein Handy im Taxi liegen. Bis ich es gemerkt hatte, war der Fahrer bereits wieder weg. Gut war ich nicht der Fahrtenbucher, sodass wir über die Taxi App mit dem Fahrer Kontakt aufnehmen konnten. Der Verlust vom eigenen Handy ist nicht gerade lustig. Bis ich das Teil wieder hatte, liefen mir einige Schweissperlen runter. Der Fahrer brachte das Handy dann aber für ein Trinkgeld wieder zurück. Google Maps zeigte mir dann die Zeitachse der letzten Stunden auf. Chat GPT meinte dazu, dass dies knapp 100 Kilometer waren und gegen 220 Kanadische Dollar kosten würde, was 125 Schweizer Franken entspricht.

Am Mittwoch dann der eigentliche Grund für diesen Vancouver Aufenthalt: Schweiz gegen Kanada. Da das Spiel bereits mittags um 12.00 Uhr angepfiffen wurde, hatten nicht nur wir die Idee, morgens noch feste Nahrung einzunehmen. Unser Café öffnete um 08.00 Uhr. Vor einem Café Schlange stehen, dass wir bei der Öffnung reinkommen: Wir waren dabei.

Mit vollem Magen konnten wir uns danach dem Biertrinken widmen. Da sich für dieses Spiel nicht alle von unserer Gruppe mit 60 Dollar Tickets eindecken konnten, waren wir diesmal ein wenig verstreut im Stadion. Mit einem Sieg wäre die Schweiz Gruppensieger und könnte die beiden nächsten Spiele weiterhin in Vancouver bestreiten. Als Gruppenzweiter ginge es wieder nach Los Angeles. Für die Leute, welche die kommenden Schweiz Spiele besuchen möchten, war die Sache klar, sie zogen den Verbleib in Kanada einer neuerlichen Reise nach Los Angeles vor. Dem Wunsch wurde entsprochen. Mit ein wenig Zittern holte unsere Nati den Sieg gegen Kanada. Die Freude im Schweizer Lager war gross. Für mich persönlich ein erfolgreicher Ausflug: zwei Schweizer Spiele, zwei Siege.

Bei einigen unserer Gruppe war danach Katerstimmung angesagt. Um 16.00 Uhr bereits schlafen gehen? Mein Plan sah anders aus. Wenn es dann mal Dunkel wird in Vancouver, stehen die ersten Menschen in der Schweiz wieder auf. So mussten wir ein weiteres Mal Christian aus Mörschwil an unserer Stimmung im Pub teilnehmen lassen. Welch Freude am Morgen vor der Arbeit via FaceTime mit Kanada zu telefonieren.

Nun endet der Aufenthalt an der WM. Es kommt die Zeit nach Hause zu fliegen, hoffentlich mit bisschen Schlaf, die nächsten Tage sollen auch wieder intensiv sein. Mein Fazit: Drei WM Spiele, viel Bier getrunken, noch viel mehr Schwachsinn geredet. Neue Wörter kennengelernt, wie eine kickende Strohballe. Sehr viele Taxikilometer. Mein 40. und 41. Länderpunkt in Sachen Fussball. Viel Neues gesehen, einiges an Geld losgeworden, jedoch humaner als gedacht.

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