In Kopenhagen schellt das Telefon

Veröffentlicht am 24. August 2026 um 16:18

Doch leider wurde noch kein neuer Gegner für unseren FCSG gemeldet. Es waren vielmehr Orte in Kopenhagen, wo es gerade einladend wäre zum Bier trinken.

Vielleicht nach Nyhavn, vielleicht zum Rådhuspladsen oder doch schon nach Farum? Doch alles der Reihe nach: Nach dem Weiterkommen gegen Sheriff Tiraspol ging die Reise nach Dänemark. Der FC Nordsjælland war der Gegner in den Playoffs zur Conference League. Dieser Club ist in einem Vorort von Kopenhagen beheimatet, genauer in Farum. Doch eine längere Reise dahin wäre wohl nicht sehr spannend geworden. In diesem Farum gibt es nicht viel Interessantes, so zogen die meisten St.Galler Fans einen Aufenthalt in Kopenhagen diesem Vorort vor.

Für mich wurde die Reise am Mittwochnachmittag ein Wiedersehen mit Kopenhagen. Mit dieser Reise schlug es mich das dritte Mal in die dänische Hauptstadt. Die beiden anderen Male war ich wegen der Nationalmannschaft da. Im Vergleich zur Reise nach Tiraspol sollte hier weniger Unbekanntes und Abenteuerliches auf uns warten. Die Hotels bekannt sehr teuer, das Bier je nach Ort ebenfalls. Für das teuerste Bier in Kopenhagen hätte ich vor zwei Wochen in Transnistrien fünf Biere gekriegt. Dass dies aber ein Grund zum weniger Trinken wäre, das geht unter Gerüchte.

Von Stunde zu Stunde wurde die grün-weisse Masse in Dänemark immer grösser. Die ganz Verrückten flogen etwas über drei Stunden vor dem Spiel in Zürich los und schafften es tatsächlich rechtzeitig ins Stadion. Am Schluss waren etwas über 600 Fans aus der Ostschweiz im Stadion, darunter sehr viele ältere, bekannte Gesichter, die auch schon einige Jahre mit unserem Lieblingsverein mitlitten.

Als Treffpunkt vor dem Spiel wurde dann doch Farum rausgesucht. Von diesem Bahnhof zog die Masse zum Stadion, welches dann alles andere als ausverkauft war. Ich selber hatte nicht wirklich ein gutes Gefühl. Der FC Nordsjælland ist zu Hause auf dem Kunstrasen seit Monaten unbesiegt, zudem lassen sie nicht wirklich viele Tore zu. Mit einem Remis hätte ich sehr gut leben können. Ich habe meiner Gruppe gesagt, sollte der FCSG in Dänemark gewinnen, ginge eine Runde Aquavit auf meine Kosten. Leider kam es nicht dazu. Wir verloren glücklicherweise nur mit einem Tor Unterschied, was die Hoffnung aufs Heimspiel in St.Gallen nicht auslöschen liess. 

An dieser Stelle ein Dankeschön an die gute Organisation der Dänen im Stadion. Im Vergleich zu vielen Clubs in der Schweiz wollten sie Geld verdienen und waren bereit das Catering der Anzahl anwesenden Gästefans anzupassen. Erst recht als es nach dem Spiel «Freibier» gab. Da wurde alles Überzählige in Sachen Getränken und Essen einfach den Fans zur Verfügung gestellt. Sicher besser als wegwerfen. Für die Rückreise nach Kopenhagen wurde uns ein Extrazug ohne Halt bis in die Hauptstadt zur Verfügung gestellt. Die einen machten danach die Nacht zum Tag und andere machten sich bereits wieder auf die Reise nach Hause auf.

Da für mich erst am Samstagmorgen die Weiterreise nach England auf dem Programm stand, musste der Freitag irgendwie über die Runde gebracht werden. Die Stadt anschauen? Irgendwie nicht so interessant, da es schon das dritte Mal wäre. Da wurde die Zeit eher damit verbracht verschiedene Trinkstätten miteinander zu vergleichen. In Nyhavn spricht man von einem grossen Bier bei 0,6 Liter und bei 0,4 Liter von einem Kleinen. In der Innenstadt konnte ich das Kleinbier leider nicht in Erfahrung bringen. Dagegen weiss ich, dass ein «large beer» mit 0,75 Liter aufgetischt wird. Schöner Moment, immer schön schnell trinken, sonst wird die Sache warm.

Nun die alles entscheidende Frage: Schellt nun am Freitag das Telefon bei der Arbeit und verrät unsere Gegner für die Ligaphase? Ich habe ehrlich gesagt ein sehr schlechtes Gefühl, dass dieses Telefon nicht stattfinden wird. Doch so ein schlechtes Gefühl hatte ich schon auf der Reise nach Moskau oder Trabzon. Eine Woche Sandstrand in Teneriffa wird es aber definitiv nicht. Ebenso wenig wie Rotterdam oder Mailand. Vielleicht aber Brighton? Vielleicht Monaco oder vielleicht eine Woche Sandstrand auf Zypern?  

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