Nachdem wir am Flughafen in Skopje den Boardingpass für unseren Flug nach Luton abholen wollten, hiess es, dass wir die Bestätigung des ETA vorzeigen müssen. Das ETA wird benötigt für die Einreise nach Grossbritannien und ist zwei Jahre gültig.
Reise ich jeweils von der Schweiz in Richtung Grossbritannien oder wie zuletzt von Dänemark aus, wird einfach gefragt, ob wir das ETA besitzen und gut ist. Mein ETA hat noch eine Gültigkeit bis im Frühling 2027. Das Bestätigungsmail vom Frühling 2025 hatte ich nicht mehr, da ich das auch nie gebraucht hatte. Als wir sagten, dass die Infos auf dem Pass gespeichert sind, hiess es in Mazedonien, dass sie keinen Zugriff auf diese Systeme hätten. Der Reisende vor uns werde uns aber erklären, wie wir diese Infos online abrufen können. Der Reisende vor uns, ein Mann aus Asien, zeigte uns eine Seite, auf der wir unsere Passnummer eingeben konnten. Nur blöde, dass von Niemandem eine Bestätigung des ETA folgte. Kurz, wir konnten der Dame nicht beweisen, dass wir in Luton nach England einreisen dürfen. Ohne Bestätigung kein Boardingpass.
Nach unzähligen, schweisstreibenden Uhrzeigerumdrehungen kam eine andere Schweizer Reisegruppe im Flughafen an und zeigte uns eine andere Seite. Auf einmal, als die einen schon dachten, wir verpassen den Flieger, konnten wir der Dame bestätigen, dass wir berechtigt sind nach Grossbritannien einzureisen. Der Asiate hatte uns nicht die Seite vom ETA angeben, sondern vom E-Visa und auf dieser Seite waren unsere Daten logischerweise nicht verfügbar. Die Zeit vor dem Abflug war alles andere als lustig, mit dem Gedanken das Flugzeug zu verpassen für eine Sache, die wir so nicht kennen. Bis zum Einsteigen ins Flugzeug mussten wir die Bestätigung zwei weitere Male vorzeigen. Probleme für nichts.
Um 02.00 Uhr erreichten wir dann Luton und siedelten gleich am Flughafen in ein Hotel über. Die Hotelbar schloss um 02.00 Uhr und das Frühstück startete erst um 03.00 Uhr. Somit wohl die dümmste Zeit, folglich genossen wir ein Zimmer mit Fenster, warmer Dusche und Ruhe vor irgendwelchen morgendlichen Rufen.
In den Mittagsstunden gings dann weiter in Richtung Schottland, Easy Jet brachte uns sicher nach Glasgow. Dort freuten wir uns auf einige Pints of Tennent’s. Sowohl in Skopje wie auch in Glasgow sollte es nie an feinem Bier scheitern. Ansonsten sind die Reisedestinationen überhaupt nicht zu vergleichen. Das Essen definitiv auf dem Balkan besser als in Schottland, das Hotel genau umgekehrt. Dass Glasgow nichts schönes zu begutachten hat, das ist auch längst bekannt.
Am Dienstag, sprich am Matchtag, hatten wir uns um 09.30 Uhr im Pub verabredet zum Frühstücken. Dass einige Leute der Gruppe fast eine Stunde zu spät auftauchten, lag diesmal nicht am Hotel, sondern waren die Spuren der letzten Tagen. Gut gibt’s in Glasgow erst um 11.00 Uhr Bier. Interessant, dass sich im Pub um 10.55 Uhr eine Schlange vor der Theke bildet und sich die Leute aufstellen. Um 10.59 Uhr meinte der vorderste Rentner: One Minute!
In den Nachmittagsstunden folgte dem Flüssigen auch noch feste Nahrung. Das war dann aber für meinen Magen zuviel, sodass ich bis weit nach dem Spiel mit dem Magen zu kämpfen hatte.
Von Glasgow Central ging es per Extrazug in Richtung Hampden Park. Diesmal war das Ziel rechtzeitig im Stadion zu sein und die Hymnen zu geniessen. Was dann auch tatsächlich gut klappte. Einfach krass die schottische Hymne. Das ganze Stadion singt in voller Lautstärke mit, Hühnerhaut pur.
Dafür hatten die Schotten dann weniger Freude am Spiel, schnell waren wir mit einem Tor in Front und die Schotten mit einem Mann weniger auf dem Platz. Wie schon in Mazedonien war auch dieses Spiel sehr einseitig zu unseren Gunsten. Wiederum folgte ein 0:3 Auswärtssieg, was sportlich sicher eine gute Quote darstellt.
Da das Spiel bereits früh entschieden war, verliessen viele Schotten das Spiel bereits vor der 80. Spielminute. Auch wir verliessen das Stadion direkt mit dem Abpfiff. Doch das war zu spät, um irgendwie gut vom Stadion wegzukommen. Unser Ziel war, wieder mit dem Zug ins Zentrum zu fahren. Bis zur Haltestelle Mount Florida wären es wohl 10 Minuten zu Fuss gewesen. Dass aber die Schlange von Menschen etliche hundert Meter vor der Zugstation bereits am Anstehen waren, war irgendwie nicht so toll. Da steht eine Menge Menschen in einer Schlange auf dem Trottoir, grösste Selbstdisziplin, kein Gedränge. Haben sich Menschen auf der Strasse versucht an der Kolonne vorbei zu schmuggeln, wurden sie von der Masse beschimpft. Sodass sich niemand getraute einfach an der Kolonne vorbei zu gehen. Jedes Mal, wenn ein Zug voll Menschen weg war, setzte sich die Kolonne wieder in Bewegung. Beim Zugang zur Station wurde gezählt, wieviele Leute diese betreten durften, nie ein Gedränge. Im Zug selbst hatte jede Person einen Sitzplatz, der Zug war nicht überfüllt, obwohl etliche Leute noch auf einen Platz im Zug warteten. Sehr eindrucksvoll diese Disziplin.
Am Mittwoch stand dann die Heimreise auf dem Programm. Alle waren froh, dass es nach Hause ging. Die ganze Reisegruppe war kaputt und freute sich auf einen alkoholfreien Tag. Da es von Glasgow keinen Direktflug in die Schweiz gibt, wählten wir die Route über Amsterdam. Meine Erfahrung in den letzten Monaten war eh, dass sich mit KLM sehr gut fliegen lässt. Der ganze Service an Board ist kostenlos, vom Sandwich bis zu den Getränken.
Für mich endet hiermit ziemlich sicher das internationale Fussball gucken für dieses Jahr. Bei der Arbeit stehen nun die strengeren Tage an.
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